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  • Ralf Hoffmann

Studie zur Borkenkäferfrüherkennung wird von ISB mit EFRE-Mitteln gefördert

RH(Koblenz). AeroDCS aus Koblenz in Rheinland-Pfalz will jetzt mit einem neuen technischen Ansatz helfen, die Ausbreitung von Borkenkäfern im Frühstadium zu identifizieren. Damit soll die Abwehr unkontrollierter Vermehrung der Schädlinge unterstützt werden. Grundlage für eine effektive Bekämpfung des Borkenkäfers ist es, den Käferbefall frühzeitig zu erkennen, um die befallenen Bäume zu entnehmen, bevor die Entwicklung der Käfer im Baum abgeschlossen ist. Dazu gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: Am Boden ist er frühzeitig durch herabfallendes Bohrmehl erkennbar, aus der Luft können geschädigte Bäume durch die Verfärbung ihrer Krone erkannt werden. Die erste Methode ist sehr aufwändig und noch dazu fehleranfällig, während die zweite Methode den Befall meist zu spät erkennt.



Um die technische Machbarkeit des Ansatzes vor der Entwicklung zu testen und zu Verproben, hat das Unternehmen eine Durchführungsstudie darüber erstellt. Das Land Rheinland-Pfalz fördert die Erstellung dieser Studie jetzt mit Mitteln aus dem europäischen EFRE Programm. Der Förderbescheid ist in dieser Woche eingegangen, die Arbeiten an der Studie werden bis zum Ende dieses Monats abgeschlossen sein.



Es gab zur Durchführung der Früherkennung in der Vergangenheit verschiedene Ansätze unter Einsatz von Laserscannern, Hyper- und Multispektralkameras. Die Ergebnisse waren nicht überzeugend, auch wenn das Werbematerial von Anbietern teilweise anderes verspricht. Für die wirksame Erkennung gibt es ein enges Zeitfenster, sieht man die Auswirkung in der Verfärbung der Krone ist es zumeist zu spät. AeroDCS setzt für die Früherkennung auf bewährte Methoden der Fernerkundung. Zum Einsatz kommen UAV, also „Drohnen“ und Flugzeuge, mit Kameras und Sensoren ausgestattet. Sie erzeugen Bilder aus allen möglichen Blickwinkeln, sammeln Daten wie Temperatur und Feuchte und mit leistungsfähigen Computern wird dann ausgewertet.


Entscheidend ist die intelligente Kombination von Sensorik und Bewertung des „Rahmenumfeldes“. In den bisherigen Ansätzen wurde die thermale Information vernachlässigt. Der Befall der Käfer führt sofort zu einer Unterbrechung der Wasserversorgung der Nadeln und Blätter. Diese Unterbrechung führt zu einer geringeren Verdunstung und hieraus resultierend auch zu einem geringeren „Kühlungseffekt“. In Kurzform: Blätter und Nadeln von befallenden Bäumen sind vermutlich wärmer als die der „gesunden“ Nachbarn.


Die Anwendung der Methode kommt in Verdachtsgebieten zu Anwendung. Als erstes unter Einsatz von Laserscannern ein Geländemodell bestimmt und diese Daten mit Informationen aus Kartendiensten der Vermessungsämter ergänzt. Hieraus werden dann die Konturen der Bäume bestimmt und der Einfluss durch Beschattung errechnet. Mit multispektralen Kameras kann dann der Zustand der Vitalität abgebildet werden und daraus dann die Baumart automatisiert bestimmt werden. Als letzte fehlende Information kommen dann Wärmebildkameras zum Einsatz um die Verdunstung von Wasser ableiten zu können. All diese Informationen werden dann in einem komplexen Algorithmus miteinander verrechnet und bringen dann am Ende der Prozesskette bewertete Verdachtsfälle. Je nach Voreinstellung kann dann entweder nur kartiert, oder eine Meldung erzeugt oder gleich Alarm mit dringendem Handlungsbedarf geschlagen werden. Der Anwender kann dann über zielgerichtete Massnahmen entscheiden, ob im Umfeld des erkannten Baumes Pheronerom-Fallen verdichtet aufgestellt oder der Baum gleich gefällt, entrindet und aus dem Bereich verbracht werden soll.

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