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  • Ralf Hoffmann

Uni Mainz und AeroDCS führen fernerkundliche Erfassungen gemeinsam im Moseltal durch

Von besonderem geowissenschaftlichen Interesse ist für die Arbeitsgruppe „Geoinformatik“ am Institut für Geowissenschaften der Universität Mainz die Erforschung und die Beobachtung von Felsformationen und Massenbewegungen, wie Hangrutschungen, Steinschläge und Felsstürze sowie Schlammströme.


Dafür werden räumlich sehr hochaufgelöste fernerkundliche Methoden wie digitale Geländemodelle, computergestützte Modellierungen und Simulationen sowie Radarmessungen mittels Satellitentechnik eingesetzt. Um das Methodenspektrum zu erweitern und die Möglichkeiten von unbemannten Flugobjekten (UAS) in diesem Kontext zu erproben wurde mit der Firma AeroDCS am 28.06.2021 eine Testbefliegung an einem markanten Hangabschnitt zwischen Koblenz-Lay und Koblenz-Moselweiß durchgeführt.




Diese Stelle ist für eine Testbefliegung zur Methodenerkundung prädestiniert, da hier oberhalb eines ausgedehnten Schuttfächers steil ausgebildete devonische Schiefer mit zerklüfteten Schichtflächen zu Tage treten. Hier können sich unter anderem kleinere Steinschlagereignisse stattfinden, die bis in die unteren Hangbereiche vordringen können.



Durch eine Drohne der neusten Generation der Firma AreoDCS wurde am Befliegungstag mittels Kreuzbefliegung und hochaufgelöster optischer Bildsensorik der Hangbereich mehrfach überflogen und ein präzises photogrammetrisches Abbild sowie dreidimensionale Oberflächemodelle erstellt. Durch diese Daten wird versucht eine fernerkundliche hochgenaue Erfassung und Bewertung der Trennflächen im Felsverbund vorzunehmen und möglicherweise Anfälligkeiten für Erosions,- und Abbruchprozesse zu erkennen. In diesem Zusammenhang wurden in weiteren Einzelbefliegungen Sensoriken wie etwa hochaufgelöster Videozoom an besonders interessanten Stellen getestet und über zukünftige Einsätze beispielsweise von drohnengestüzten Laserscans diskutiert. Abschließend folgte eine gegenseitige Präsentation der Befliegungs- sowie weiterer Forschungsergebnisse vor Ort. Eine weitere Zusammenarbeit zwischen AeroDCS und dem Institut für Geowissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wird durch ein gemeinsames Projekt angestrebt und soll in den kommenden Jahren einen wichtigen Betrag zur Lösung von geowissenschaftlichen Fragestellungen im Kontext von unbemannten Flugobjekten liefern.

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